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5. Rang beim Weltcup in Tschechien
Während der Planung für diese Saison habe ich mir überlegt, voll auf die längeren Distanzen im Wald zu setzen und den Sprint wegzulassen. Ich bin aber einmal mehr zum Schluss gekommen, dass ein Mix aller Disziplinen mehr Sinn macht. Sprintwettkämpfe sind für mich ein gutes Mittel, in Form zu kommen. Auch weil ich dann umso mehr gezwungen bin, an meiner Schnelligkeit zu arbeiten. Dass ich es nicht an die Sprint-WM nach Genua geschafft hatte, war die logische Folge meiner Resultate im Sprint-OL. Entsprechend war es auch okay und die Enttäuschung hielt sich in Grenzen. Umso mehr freute ich mich auf die Wettkämpfe im Gelände. Nach einer erfolgreichen Swiss O Week stand nun die Weltcuprunde in Tschechien auf dem Programm. Ich war fünf Tage vor dem ersten Wettkampf vor Ort, um noch ein paar Trainings zu machen. Rasch fühlte ich mich im schnellen und technisch spannenden Gelände wohl und genoss es, gut vorbereitet und mit dem Glauben an ein Spitzenresultat am Start stehen zu können. Bei der Langdistanz lief es mir von Anfang an sehr gut und ich konnte genau so laufen, wie ich mir das vorgenommen hatte. Im Ziel war die Genugtuung über meine nahezu fehlerfreie Leistung gross und ich war sehr zufrieden mit dem 5. Rang. Ein grossartiges Gefühl, das man sich nirgends kaufen kann!
Dass der Spitzensport auch eine andere Gefühlsseite hat und man mit Enttäuschungen umgehen muss, zeigte sich dann in den darauffolgenden zwei Wettkämpfen. Sowohl bei der Mitteldistanz wie auch in der Staffel machte ich je einen grösseren Fehler im Postenraum. Beide Male lief ich zu offensiv und unkontrolliert. Speziell ärgert mich der Fehler in der Staffel. Denn genau dort war es meine Aufgabe, auf der Startstrecke keinen solchen Fehler zu provozieren. In der Theorie war mir das kurz vor dem Start noch bewusst und auch im Nachhinein verstehe ich nicht, warum ich mich dort nicht im Griff hatte. Offensichtlich war ich zu sehr im Wettkampffieber und in den Steigungen auf den Teilstrecken zuvor puschte ich mich übers Limit. Jedenfalls tut es mir noch immer weh, dass ich trotz meiner Erfahrung die Chancen auf einen Podestplatz unseres Teams begraben habe. Auch wenn der Abschluss dieses Weltcupblocks kein Erfolg war, so reiste ich doch mit der Gewissheit nach Hause, dass die physische Form stimmt und hoffentlich auch bei der EM in Litauen Ende September Spitzenresultate möglich sind. Bis dahin stehen noch Selektionsläufe in Litauen (29./30. August) und Schweizermeisterschaften (Lang-, Mitteldistanz und Staffel) auf dem Programm.








